Wenzel Strapinski – Hochstapler oder unschuldig?

Ein Bericht von der Gerichtsverhandlung

Nach der Lektüre des Klassikers „Kleider machen Leute“ von Gottfried Keller, gingen die Schüler und Schülerinnen der Klassen 7E (Viktoria Ellermann) und 7F1 (Christine Scheiter) klassenübergreifend der Frage nach Wenzels Schuld auf den Grund. Auf die Gerichtsverhandlung vorbereitet hatten sich die Teilnehmer größtenteils selbstständig, nachdem die ersten Argumente und Strategien im Unterricht besprochen worden waren. Für die zu besetzenden Rollen des Anklägers und Verteidigers, der Richter und der Zeugen bildeten sich Kleingruppen, in denen die Sichtweisen der jeweiligen Figuren besprochen und eingeübt wurden. Improvisiertes Gerichtsgebäude war die Caféteria des Gymnasiums.

Szenen aus der Gerichtsverhandlung

Live aus dem Gerichtssaal berichteten die Reporter Philipp und Stenja (7E)

Die Stimmung während der Gerichtsverhandlung war spannungsreich, wusste man doch nicht, wie sich die vier Richter am Ende entscheiden würden. Nachvollziehbar und textsicher stellten die einzelnen Zeugen wie die Köchin und der Wirt der „Waage“, Wenzels Verlobte Nettchen sowie deren Vater, der Amtsrat, ihre Positionen dar. Richter, Staatsanwälte und Verteidiger nahmen deren Aussagen unter die Lupe, doch keiner der Zeugen konnte beweisen, dass Wenzel Strapinski sich als Graf ausgegeben hatte und mit Ausnahme Melchior Böhnis schöpfte auch niemand Verdacht: „Er sagte nicht, dass er ein Graf sein, aber auch nicht, dass er keiner sei!“, äußerte der Amtsrat. Nettchen bestätigte noch einmal ihre Liebe zu Wenzel, trotz dieser unglücklichen Geschichte und der Amtsrat bestätigte vor den Anwesenden, dass er der Hochzeit auch jetzt noch zustimmen würde. So kam es zu folgenden Urteilsspruch: Wenzel Strapinski habe zwar versucht zu fliehen, doch da alles ein Missverständnis gewesen sei, werde er freigesprochen. Er muss jedoch seine Schulden an Böhni und den Waage-Wirt zurückzahlen bzw. die Schulden abarbeiten.

Einen besonderen Dank sprechen wir der Caféteria-Betreiberin Frau Rybandt aus, die uns freundlicherweise den Platz inklusive Stühlen und Tischen zur Verfügung gestellt hat.